Regenbogenpastoral ruft zu Offenheit und Vielfalt in Fastenzeit auf

Mit einem Aufruf zu Respekt, Würde und gelebter Vielfalt hat die Regenbogenpastoral Österreich zum Aschermittwoch an Kirche und Gesellschaft appelliert, queere Menschen stärker zu unterstützen. "Gottes Liebe gilt allen Menschen", unabhängig von deren sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, hieß es in einer Aussendung des kirchlichen Netzwerks, das sich der Seelsorge für und mit queeren Menschen widmet. "Es ist unsere Aufgabe, Menschen zur Seite zu stehen, sie zu begleiten und auch für Individuen und Gruppen einzustehen", so der Regenbogenpastoral-Leiter, der Linzer Priester Franz Harant.
"Unser Glaube an einen liebenden Gott, der sich allen Menschen mit Wohlwollen zuwendet, hat als notwendige Konsequenz, dass wir uns für unsere Mitmenschen einsetzen", so der emeritierte Familienseelsorger. Daraus erschließe sich auch der Einsatz für Gerechtigkeit innerhalb der Kirche, aber auch dort, "wo Freiheit und Würde zur Debatte gestellt werden".
"Denn Gott macht keine Fehler - Gott macht Unterschiede und liebt sie", betonte Harant. Und weiter: "Solange es nicht völlig normal ist, dass wir Menschen verschieden sind, braucht es die Regenbogenpastoral."
Dass queere Menschen auch in Österreich weiterhin mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt konfrontiert sind, bestätigte Tamara Cermak vom ökumenischen Verein "Queer Glauben Wien". Viele suchten daher gezielt nach geschützten kirchlichen Räumen, um ihren Glauben leben zu können. "Queer sein und Glauben schließen einander nicht aus", sagte Cermak. Im Gegenteil trügen queere Menschen als Ebenbilder Gottes dazu bei, die Vielfalt und Größe Gottes sichtbar zu machen. Zugleich berichtete sie von verletzenden Erfahrungen - wie verbalen Angriffen, strukturellem Ausschluss und der Angst vor Gefahr - auch innerhalb kirchlicher Kontexte.
Auch Agnes Schützenhofer, in der Jugendpastoral sowie Regenbogenpastoral der Diözese Linz tätig, plädierte für eine dialogfähige Kirche, "die ein respektvolles Miteinander lebt - gerade dann, wenn Meinungen auseinandergehen". Eine vielfältige Kirche und Gesellschaft seien keine Randthemen, sondern entscheidend für ein gewaltfreies Zusammenleben. Speziell für junge Menschen sei eine Kirche dann glaubwürdig, wenn sie Nächstenliebe und Frieden konkret erfahrbar mache.
KAP

